Wohlbefinden bei der Arbeit im Homeoffice in Großbritannien
15. August 2026
Praktische Tipps zum Schutz deiner psychischen und körperlichen Gesundheit bei der Remote-Arbeit in Großbritannien. Setze Grenzen, bewege dich mehr und bleib in Verbindung.
Einrichtung eines gesunden Arbeitsplatzes zu Hause
Dein Körper ist nicht dafür gemacht, acht Stunden am Tag mit einem Laptop auf dem Sofa zu hocken. In Großbritannien, wo viele von uns in Wohnungen oder Wohngemeinschaften leben, kann die Einrichtung eines eigenen Arbeitsplatzes knifflig, aber unerlässlich sein. Beginne damit, deinen Bildschirm mithilfe von Büchern oder einem Ständer auf Augenhöhe zu bringen, und besorge dir eine separate Tastatur und Maus, damit deine Schultern entspannt bleiben. Falls dein Stuhl deinen unteren Rücken nicht stützt, wirken ein zusammengerolltes Handtuch oder ein Kissen Wunder. Frag deinen Arbeitgeber, ob er sich im Rahmen einer „Homeoffice-Pauschale" an ergonomischer Ausstattung beteiligt – viele britische Unternehmen bieten das an. Schon eine kleine, aufgeräumte Ecke mit guter Beleuchtung kann Nackenschmerzen und Augenbelastung vorbeugen und macht einen großen Unterschied für dein langfristiges Wohlbefinden.
Schutz deiner psychischen Gesundheit und Grenzen
Wenn Ihr Zuhause zum Büro wird, ist es leicht, die Arbeit in jede wache Stunde einfließen zu lassen. Das „Recht auf Nichterreichbarkeit" ist in Großbritannien zwar noch kein Gesetz, aber Sie können Ihre eigenen Regeln aufstellen. Schaffen Sie eine klare Morgenroutine, die Ihren Arbeitsweg nachahmt – schon ein kurzer Spaziergang um den Block vor Arbeitsbeginn kann „Arbeitsmodus" signalisieren. Teilen Sie Ihrem Team Ihre Arbeitszeiten mit und halten Sie sich daran; vermeiden Sie es, nach dem Abendessen E-Mails zu checken, und schließen Sie Ihren Laptop am Ende des Tages physisch. Wenn Sie mit anderen zusammenleben, vereinbaren Sie Regeln zu Lärm und Besprechungszeiten. Und denken Sie daran: Nach dem britischen Arbeitsschutzgesetz ist Ihr Arbeitgeber weiterhin für Ihr psychisches Wohlbefinden verantwortlich. Zögern Sie also nicht, nach einem flexiblen Zeitplan zu fragen, wenn Sie zu kämpfen haben.
Aktiv bleiben und sitzende Lebensweise vermeiden
Ein typischer Arbeitstag im Vereinigten Königreich bedeutet, 9 bis 10 Stunden zu sitzen – und Homeoffice macht das noch schlimmer, weil man nicht einmal zum Bus oder Bahnhof läuft. Bekämpfe das mit „Bewegungshäppchen“: Drei Minuten Pause jede Stunde, um dich zu dehnen, Kniebeugen zu machen oder eine Tasse Tee zu holen. Das NHS empfiehlt 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – versuche also, das in 15-minütige Spaziergänge in der Mittagspause aufzuteilen (ja, auch im Januarregen – eine Regenjacke und ordentliche Schuhe sind ein Muss). Falls möglich, besorge dir einen Aufsatz für einen Stehschreibtisch, aber das eigentliche Geheimnis ist Gewohnheits-Stapeln: Wenn du telefonierst, steh auf. Geh spazieren, wenn du über ein Problem nachdenkst. Deine Energie und dein Schlaf werden es dir danken.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr im Arbeitsalltag
Gibt es keine Kantine im Büro und ist der Kühlschrank nur zehn Schritte entfernt, wird es nur allzu leicht, zu Keksen oder dem gestrigen Take-away zu greifen. In Großbritannien sind wir es gewohnt, uns ein Mittagsangebot bei Tesco oder Boots zu holen, aber zu Hause kauft man die ganze Packung. Plane einfache Mahlzeiten, die nicht viel Aufwand erfordern – Haferbrei, Eier oder Vollkorntoast zum Frühstück; Reste oder eine Dose Suppe zum Mittagessen. Stell eine wiederverwendbare Wasserflasche auf deinen Schreibtisch und trinke über den Tag verteilt; Dehydrierung verursacht Müdigkeit und Kopfschmerzen. Achte auf deinen Koffeinkonsum – ein oder zwei Tassen sind in Ordnung, aber zu viel kann dich unruhig machen. Und iss dein Mittagessen nicht vor dem Bildschirm. Tritt vom Schreibtisch weg, um richtig zu verdauen.
Nutzung britischer Arbeitsrechte und Unterstützung durch Arbeitgeber
Viele Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich sind sich nicht bewusst, dass sie bei der Arbeit von zu Hause aus umfassend geschützt sind. Ihr Arbeitgeber muss eine Beurteilung des Bildschirmarbeitsplatzes (DSE) durchführen, wenn Sie mehr als eine Stunde täglich am Computer arbeiten – dies ist eine gesetzliche Pflicht gemäß den Health and Safety Regulations von 1992. Sie haben außerdem Anspruch auf bezahlte Pausen, einschließlich einer 20-minütigen ununterbrochenen Ruhepause bei jeder Schicht von mehr als sechs Stunden. Gemäß dem Equality Act 2010 können Sie angemessene Vorkehrungen beantragen, wenn Sie eine Behinderung oder eine langfristige Erkrankung haben. Und vergessen Sie nicht Ihren gesetzlichen Urlaubsanspruch – der gesamte Urlaubsanspruch gilt weiterhin für Remote-Arbeitnehmer. Wenn Sie sich nicht ausreichend unterstützt fühlen, sprechen Sie Ihre Bedenken gegenüber Ihrer Führungskraft oder der Personalabteilung an.
FAQ
Es gibt im Vereinigten Königreich kein automatisches gesetzliches Recht auf Homeoffice, aber seit 2024 können Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Tag der Beschäftigung ein flexibles Arbeitsmodell beantragen. Der Arbeitgeber muss den Antrag in angemessener Weise prüfen und darf ihn nur aus bestimmten betrieblichen Gründen ablehnen, etwa aufgrund von Kosten oder Auswirkungen auf die Qualität.